Medienspiegel

Berner Zeitung, 12. November 2009
Boxstar Muhammad Ali trifft auf Coiffeuse Regula Geiger: In ihrem neuen PRogramm “Tanze wie ne Schmätterling” schwirren Pedro Lenz und Patrik Neuhaus in die Siebzigerjahre.
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Als Maulheld Ali nach Zürich kam

von MICHELE COVIELLO

Das Duo Hohe Stirnen ist so schnell wie Muhammad AlisHaken. Ein paar Sätze von Schriftsteller Pedro Lenz, ein paar Takte des Pianisten Patrik Neuhaus – und schon erliegt man ihrem Zauber. Denn was leicht wie ein Schmetterling in der Luft swingt, sticht wie eine Biene. «Es soll um Menschen und Geschichten gehen», sagt Pedro Lenz nach einem ersten Akkord an Text und Musik. Erfüllt. Das neue Programm «Tanze wie ne Schmätterling» erzählt leichtfüssig und doch rührend Geschichten von ausserordentlichen Personen, die verschieden scheinen, es aber nicht sind. Denn was hat Muhammad Ali, der grösste Boxer aller Zeiten, mit der Coiffeuse Regula Geiger aus Oerlikon gemeinsam? Und mit dem Abwart des Hallenstadions Paul «Pole» Leuenberger? Sie alle wollen Respekt.

Geschichte als Gerüst
Pedro Lenz nimmt die echte Geschichte als Gerüst: Der Langenthaler Autor beschreibt Alis Leben in sinnlichen Zügen von der Kindheit in den 1950er-Jahren in Louisville, Kentucky, bis zum grössten Sieg in Kinshasa gegen George Foreman. «Ich bin 1965 geboren», sagt Lenz. «In der Schule sprachen wir wochenlang über Alis Kämpfe.»

Realität und Fantasie
Grossmaul Muhammad nannte sich selbst «the greatest» und stand im Kontrast zur Schweizer Mentalität. Wir haben gelernt, bescheiden zu sein», sagt Lenz. Erst später habe er begriffen, was es mit Alis Benehmen auf sich hatte: Alis Angriffe dienten der Emanzipation der Schwarzen. Diese Erkenntnis setzt Lenz meisterhaft in eine fiktive Geschichte um, die sich rund um den real geschehenen Kampf vom 26.Dezember 1971 im Zürcher Hallenstadion gegen den Deutschen Jürgen Blin ereignet. Er spiegelt die grosse Sportlerfigur an gewöhnlichen Menschen, zeigt, wie sich ihre Träume ähneln: jene von Coiffeuse Regula, die Ali vor dem Kampf die Haare schneidet, soeben das Stimmrecht erhalten hat, aber noch nicht emanzipiert ist; und jene des strengen Abwarts «Pole» Leuenberger, der viel fordert und gibt – auch dem Verlierer Jürgen Blin. Realität, Fantasie und Musik, vermengt auf wundersame Weise.

Vorstellung: heute um 20 Uhr im Reberhaus Bolligen. Infos unter: http://www.hohestirnen.ch.
Pedro Lenz tritt zudem am So, 15.11, um 11 Uhr in der neuen Gesprächsreihe «Oper + VIP» des Stadttheaters Bern auf. Infos unter: http://www.stadttheaterbern.ch

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