Medienspiegel
Mittelland Zeitung MZ, 19.02.2009
Burgdorf - Faszinierende Lesung von Pedro Lenz im überfüllten Theater Z
Der Andrang zur Lesung von Pedro Lenz im kleinen Theater Z in der Burgdorfer Oberstadt war riesig. Plötzlich waren zu wenig Stühle da. Das Theater schien aus allen Nähten zu platzen.
Geschichten aus dem Alltag
von Sylvia Mosimann
Die Organisatoren der Casino- Gesellschaft erweisen sich als hervorragende Improvisatoren. Um für die Lesung von Pedro Lenz im Theater Z zusätzliche Sitzgelegenheiten zu schaffen, organisieren sie in Eile Terrassenstühle des Hotels Stadthaus.
Nach einem kurzen Grusswort ist das Publikum mittendrin im Dialog darüber, warum ein Hund menschlich auf einem anderen Niveau ist als ein Sozialarbeiter.
Pedro Lenz begeistert als Bühnenpoet des Landes mit Geschichten, in denen Tragik und Komik nahe beieinander sind. Als Erzähler nimmt er Menschen aufs Korn, die viel Kohle, aber wenig Freude haben. Auch zerpflückt er Begriffe wie Ambivalenz und Irritation.
Plötzlich, abrupt und unmittelbar wird das Publikum zum Mitwisser über Susi und Ottis Kult- und Kulturverständnis im Jazzkeller. In spannender Atemlosigkeit - die auf Punkt und Komma verzichtet- schwärmt er von der Kunsteisbahn-Ambiance, huldigt dem Boxer Muhammed Ali und dem Song «Zaire».
Lenz packt Szenen in seine lyrischen Monologe. Er bleibt immer hautnah an den unglaublichen, tragischen und bedrückenden Geschichten des Alltags. Er macht die Zuhörer mit Menschen bekannt, die versuchen, mit ihrem unspektakulären Leben zurechtzukommen.
Pedro Lenz ist ein Poet, der den Kontakt zu den Menschen findet: direkt, ohne Schönreden oder Floskeln. Seine Mundartliteratur sucht den direkten Kontakt zum Ohr - ohne Nebensätze oder Anmerkungen.
Das Schicksal von Hund Alex
Man glaubt Lenz die Tragik der Geschichte von Alex, dem Hund, dessen Verbundenheit zu ihm in der gleichen «Exit-Kundennummer» gipfelt.
In Hunderten von Lesungen hat sich der Bühnenpoet im vergangenen Jahr einen klingenden Namen geschaffen. Er müsse sich eigentlich entschuldigen, dass er bei diesem, seinem zweiten Auftritt in Burgdorf wieder mit den gleichen Geschichten aufwarte. «Aber Polo Hofers Lied Alperose habe ich schliesslich auch schon zweimal gehört», relativiert er das Ganze.
