Pedro Lenz: Ungerdüre
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Ungerdüre
Pedro Lenz schickt Strohmann-Kauz in den Berg
Das vorliegende Hörtheaterbuch ist eine Studioaufnahme von «ungerdüre».
«Ds Erschte isch immer das wome macht. Und ds Zwöite isch das, wome nid macht. Und ds Dritte sy d Usrede, wome sech säuber zrächt leit, für das wome gmacht het und für das wome sött mache und wome glych nid macht.»
Die beiden Mineure Iseli und Role arbeiten auf einer Tunnelbaustelle im Mittelland. Tief im Landesinnern sinnieren sie über den Tiefsinn ihrer Arbeit, ihres höheren Daseins und den Sinn einer Idee an sich. Sie durchleben die sonnigen Schattenseiten der Freundschaft und zweifeln am Licht am Ende des Tunnels. In lakonischen Dialogen erzählt «ungerdüre» von der Beziehung zweier Arbeitskollegen. Eine Geschichte geprägt von Umgang und Umfahrungen, Misstrauen und Aberglauben. Iseli und Role hantieren umständlich mit ihren Gefühlen. Selbsttäuschungen sind nicht weniger heftig als Sehnsüchte und die verdrängte Wahrheit wird nur langsam sichtbar. Bei allem Mühsal verliert «ungerdüre» aber nie seinen Humor.
Die beiden Schauspieler Matthias Kunz (Bern) und Rhaban Straumann (Olten) zeigen mit ihrem neuen Stück «ungerdüre» unverschnörkeltes Gegenwartstheater. Der dramatisch-politische Text von «ungerdüre» stammt aus der Feder des Berner Schriftstellers Pedro Lenz. Mit seiner exakten Beobachtungsgabe, dem liebevollen Umgang mit seinen Figuren und seinem Sprachwitz, passt Lenz wunderbar zu Strohmann-Kauz. Die Inszenierung trägt die feinfühlige und präzise Handschrift der Regisseurin Priska Praxmarer. Der Musiker Werner Hasler bereichert das Stück mit einem diskreten, stimmungsvollen Klangbild.
- Schauspieler: Rhaban Straumann, Matthias Kunz
- Regie: Priska Praxmarer
- Text: Pedro Lenz
- Klangbild: Werner Hasler
- Produktion: allestheater.ch, Olten
- Buch: Strohmann-Kauz / Pedro Lenz / Priska Praxmarer
«ungerdüre» oszilliert zwischen Komik, Klaustrophobie sowie Tragik und ist poetische Politsatire und bürgerliches Trauerspiel zugleich, «weder Schenkelklopferparade noch intellektueller Kunstmurks. Es ist einfach unterhaltendes Theater mit Anspruch – man dankt.» Blick/Kultur 4. April 08
Laufzeit: 63 Minuten, ungekürzte Fassung.
April 2008, allestheater.ch, Olten
CHF 25.00, ISBN 978-3-905848-08-3
